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«Veraltete Gastronomiekonzepte müssen überdenkt werden»
Über den Tellerrand zu schauen, lohnt sich auch beim Reduzieren von Food Waste - schliesslich handelt es sich dabei um ein facettenreiches Thema mit vielen Opportunitäten: Potential gibt es auch jenseits der eigenen Messerspitze. Reto Hugentobler von UAW Mitglied Hugentobler AG zeigt im Interview das Sparpotential moderner Kücheninfrastruktur auf und UAW-Referent Mirko Buri stellt den Erfolg seines Konzepts Mein Küchenchef unter Beweis.
Das Erfolgskonzept Mein Küchenchef

Anti Food Waste-Pionier und UAW-Referent Mirko Buri macht es deutlich: das Potential zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen ist immens. Die kreative Verwertung von Rüstabfällen und die Verkleinerung der Portionengrösse sind dabei nur der Anfang seines Programms zur Reduktion von Lebensmittelabfällen. Anti Food Waste steckt bei Mein Küchenchef in der DNA und so entwickelte Mirko Buri ein Konzept, in dem 10 Mal weniger Lebensmittelabfälle als in der herkömmlichen Gastronomie anfallen! Mehr dazu in der Fallstudie!
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«Eine auf Food Waste sensibilisierte Küchencrew wird kreativ. Das spornt uns an!»
Welche Innovationen im Bereich der Zubereitungsmethoden und Geräte versprechen das grösste Potential gegen Food Waste?
Wir ermutigen Küchen dazu, die Produktion der Speisen vom Service zu entkoppeln. Dazu werden Speisen beispielsweise fixfertig gekocht und gewürzt, mit einem Hochleistungsschnellkühler runtergekühlt und unter Vakuum gesetzt. So werden z.B. Gemüse, Teigwaren oder Fleischsaucengerichte über 10 Tage ohne Qualitätseinbusse haltbar. Die professionelle Schockfrosttechnik macht es auch möglich,
Rohprodukte, fixfertige Kanapees bis hin zu Dessertvariationen mit Minus 40 Grad zu frosten und so über Monate haltbar zu machen. Die Qualität nach dem Auftauen entspricht voll und ganz dem Produkt vor dem Schockfrostprozess. Auch mit dem Sous-Vide Verfahren können Menüs portionenweise aufbereitet werden und weisen Haltbarkeiten von mehreren Wochen auf. Unsere Kunden sind begeistert, da ihnen diese Systeme helfen, den FoodWaste auf die Resten, die von Gast zurückkommen, zu minimieren.

Welches Einsparpotential besteht? Gibt es hierzu best practices?
Viele Betriebe erzielen durch die längere Haltbarkeit, den Einkauf grösserer Mengen zum besseren Preis und die Reduktion des Food Waste eine viel bessere Küchenrendite. Das stärkste Beispiel, das ich kenne, ist ein Ausflugsrestaurant in Garmisch, das den Wareneinsatz von 33% auf 17% reduzieren konnte. Allein dies brachte dem Betrieb 160'000 Euro zusätzlich. Der Betrieb produziert 3 Wochen vor der Saison praktisch alle Produkte vor und danach wird die ganze Saison nur noch aufbereitet. Kein Stress in der Küche, beste Speisenqualität und somit wiederkehrende Gäste, was will man mehr! Das ist apropos auch der einzige Betrieb, den ich kenne, bei welchem sich die Reisebusse nicht anmelden müssen. Gemäss unseren Erfahrungen reduzieren Betriebe, die unsere Systeme konsequent einsetzen, ihren Food Waste um 90 % der früheren Resten.  
  
Gibt es spezifische Herausforderungen, wenn wir die unterschiedlichen Betriebsarten (z.B. Individualgastronomie, Hotelgastronomie) anschauen?
Nein, die Systeme sprich Prozesse, Temperaturen und Verfahren bleiben dieselben. Was ändert, ist nur die auf den Betrieb passende Hardware. Also die Geräte. Aber die Chancen verändern sich je nach Betrieb. Beispielsweise püriert eine Institution in Luzern nic
ht-servierte, gefrostete Menüs und verarbeitet sie zu Sonderkostform für Bewohner mit Schluckschwierigkeiten. Bevor der Betrieb die Systeme der kalten Linie kannte, wanderten solche Menüs alle in den Abfall. Wir beobachten, dass eine Küchencrew, die für das Thema FoodWaste sensibilisiert ist, kreativ wird! Das spornt uns an.
 
 
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